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Hobbys

Friedrich Nietzsche

Portrait Friedrich Nietzsche
Gefährliches Leben.
Ach, Freund, mitunter läuft mir die Ahnung durch den Kopf, dass ich eigentlich ein höchst gefährliches Leben lebe, denn ich gehöre zu den Maschinen, welche zerspringen könnten! Brief an Peter Gast
Gefahr, sich selbst zu zerstören.
Eigentlich sollte ich einen Kreis von tiefen und zarten Menschen um mich haben, welche mich etwas vor mir selber schützen und mich auch zu erheitern wüßten: denn für einen, der solche Dinge denkt, wie ich sie denken muß, ist die Gefahr immer ganz in der Nähe, daß er sich selber zerstört. Aus dem Nachlass (1885-1886)
Tragischer Held.
Für den tragischen Helden ist es nothwendig, an dem zu Grunde zu gehen, womit er siegen soll. Aus dem Nachlass (1870-1871)
Niedergang.
Der Held siegt, indem er untergeht. Aus dem Nachlass (1869-1874)
Freiwillig ins Irrenhaus.
Man arbeitet noch, denn Arbeit ist eine Unterhaltung. Aber man sorgt dass die Unterhaltung nicht angreife. Man wird nicht mehr arm und reich: Beides ist zu beschwerlich. Wer will noch regieren? Wer noch gehorchen? Beides ist zu beschwerlich. Kein Hirt und Eine Heerde! Jeder will das Gleiche, Jeder ist gleich: wer anders fühlt, geht freiwillig in's Irrenhaus. »Ehemals war alle Welt irre« – sagen die Feinsten und blinzeln. Also sprach Zarathustra
Chaos.
Ich sage euch: man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können. Ich sage euch: ihr habt noch Chaos in euch. Also sprach Zarathustra
Wollust der Hölle.
Die Welt ist arm für den, der niemals krank genug für diese »Wollust der Hölle« gewesen ist: es ist erlaubt, es ist fast geboten, hier eine Mystiker-Formel anzuwenden. Ecce Homo
Neue Himmel.
Jeder, der irgendwann einmal einen »neuen Himmel« gebaut hat, fand die Macht dazu erst in der eignen Hölle … Zur Genealogie der Moral
Verzückungen.
Die Wahnvorstellungen als Verzückungen, um den Schmerz zu brechen. Aus dem Nachlass (1869-1874)
Anziehende Fragen. Wissenschaftliche Neugierde.
Ein Psychologe kennt wenig so anziehende Fragen, wie die nach dem Verhältnis von Gesundheit und Philosophie, und für den Fall, dass er selber krank wird, bringt er seine ganze wissenschaftliche Neugierde mit in seine Krankheit. Fröhliche Wissenschaft
Zu neugierig.
Ein Philosoph: das ist ein Mensch, der beständig ausserordentliche Dinge erlebt, sieht, hört, argwöhnt, hofft, träumt; der von seinen eignen Gedanken wie von Aussen her, wie von Oben und Unten her, als von seiner Art Ereignissen und Blitzschlägen getroffen wird; der selbst vielleicht ein Gewitter ist, welches mit neuen Blitzen schwanger geht; ein verhängnissvoller Mensch, um den herum es immer grollt und brummt und klafft und unheimlich zugeht. Ein Philosoph: ach, ein Wesen, das oft von sich davon läuft, oft vor sich Furcht hat, - aber zu neugierig ist, um nicht immer wieder zu sich zu kommen … Jenseits von Gut und Böse
Ekstase. Keine Wahl.
Der Begriff Offenbarung, in dem Sinn, dass plötzlich, mit unsäglicher Sicherheit und Feinheit, Etwas sichtbar, hörbar wird, Etwas, das Einen im Tiefsten erschüttert und umwirft, beschreibt einfach den Thatbestand. Man hört, man sucht nicht; man nimmt, man fragt nicht, wer da giebt; wie ein Blitz leuchtet ein Gedanke auf, mit Nothwendigkeit, in der Form ohne Zögern, – ich habe nie eine Wahl gehabt. Ecce Homo
Ueber meiner Hausthür.
Ich wohne in meinem eigenen Haus, hab Niemandem nie nichts nachgemacht. Und – lachte noch jeden Meister aus, der nicht sich selber ausgelacht. Die fröhliche Wissenschaft
Höchste Punkt der Unabhängigkeit.
Der Selbstmord die completeste Art, seine Unabhängigkeit zu beweisen. […] Einen anderen tödten – das wäre die Unabhängigkeit in der niedrigsten Form: ich will den höchsten Punkt der Unabhängigkeit erreichen. Aus dem Nachlass (1885-1889)
Aufgang. Niedergang.
Ich habe für die Zeichen von Aufgang und Niedergang eine feinere Witterung als je ein Mensch gehabt hat, ich bin der Lehrer par excellence hierfür, – ich kenne Beides, ich bin Beides. – Ecce Homo
Vernunft im Wahnsinn.
Es ist wahr: wir lieben das Leben, nicht, weil wir an's Leben, sondern weil wir an's Lieben gewöhnt sind. Es ist immer etwas Wahnsinn in der Liebe. Es ist aber immer auch etwas Vernunft im Wahnsinn. Also sprach Zarathustra
Die Gewissheit.
Nicht der Zweifel, die Gewissheit ist das, was wahnsinnig macht ... Aber dazu muss man tief, Abgrund, Philosoph sein, um so zu fühlen... Wir fürchten uns Alle vor der Wahrheit … Ecce Homo
Kein Erlebnis. Kein Ohr.
Zuletzt kann Niemand aus den Dingen, die Bücher eingerechnet, mehr heraushören, als er bereits weiss. Wofür man vom Erlebnisse her keinen Zugang hat, dafür hat man kein Ohr. Ecce Homo
Unsre stillsten Stunden.
Und glaube mir nur, Freund Höllenlärm! Die grössten Ereignisse – das sind nicht unsre lautesten, sondern unsre stillsten Stunden. Also sprach Zarathustra
Finder seiner selbst.
Wer ein Finder seiner selbst werden will, muß lange als Verlorener gelten. Aus dem Nachlass (1882-1885)
Jenseits des Lebens.
Um nur etwas von meinem Zarathustra zu verstehn, muss man vielleicht ähnlich sein, wie ich es bin – mit einem Fuße jenseits des Lebens … Ecce Homo
Aus Glas. Gefallen.
Für uns ist das Leben eine größere Gefahr: wir sind von Glas – wehe, wenn wir uns stoßen! Und Alles ist verloren, wenn wir fallen! Fröhliche Wissenschaft
Erkältet.
Wer die Luft meiner Schriften zu athmen weiss, weiss, dass es eine Luft der Höhe ist, eine starke Luft. Man muss für sie geschaffen sein, sonst ist die Gefahr keine kleine, sich in ihr zu erkälten. Ecce Homo
Mehr vom Leben.
Ich weiß mehr vom Leben, weil ich so oft daran war, es zu verlieren: und eben darum habe ich mehr vom Leben, als ihr Alle! Fröhliche Wissenschaft
Mörder sein.
Es giebt Gefühle, die den Einsamen tödten wollen; gelingt es ihnen nicht, nun, so müssen sie selber sterben! Aber vermagst du das, Mörder zu sein? Also sprach Zarathustra
Prophezeiung.
Einst werde ich meinen Sommer haben: und es wird ein Sommer sein, wie in hohen Bergen. Ein Sommer, nahe dem Schnee, nahe dem Adler, nahe dem Tode. Aus dem Nachlass (1882-1885)
In's Dunkle, Tiefe, Böse.
Aber es ist mit dem Menschen wie mit dem Baume. Je mehr er hinauf in die Höhe und Helle will, um so stärker streben seine Wurzeln erdwärts, abwärts, in's Dunkle, Tiefe, – in's Böse. Also sprach Zarathustra
Am Abgrunde.
Meine stärkste Eigenschaft ist die Selbstüberwindung. Aber ich habe sie auch am meisten nöthig – ich bin immer am Abgrunde. Aus dem Nachlass (1882-1885)
Ein Stück Geist.
Und wie artig weiss die Hündin Sinnlichkeit um ein Stück Geist zu betteln, wenn ihr ein Stück Fleisch versagt wird! Also sprach Zarathustra
Begabungen.
Mit sich behaftet zu sein wie mit einer Krankheit – so fand ich die Begabungen. Aus dem Nachlass (1880-1882)
Psychologische Fühlhörner.
Ich habe an dieser Reizbarkeit psychologische Fühlhörner, mit denen ich jedes Geheimniss betaste und in die Hand bekomme: der viele verborgene Schmutz auf dem Grunde mancher Natur, vielleicht in schlechtem Blut bedingt, aber durch Erziehung übertüncht, wird mir fast bei der ersten Berührung schon bewusst. Ecce Homo
Entschleierung.
Der Mensch kennt die Welt in dem Grade, als er sich kennt: d.h. Ihre Tiefe entschleiert sich ihm in dem Grade, als er über sich und seine Komplicirtheit erstaunt. Aus dem Nachlass (1872-1873)
Ein Narr auf eigene Faust.
Lieber Nichts wissen, als Vieles halb wissen! Lieber ein Narr sein auf eigne Faust, als ein Weiser nach fremdem Gutdünken! Also sprach Zarathustra
Zu große Kluft.
Ich habe den Menschen das tiefste Buch gegeben, das sie besitzen, den Zarathustra; ein Buch, das so sehr auszeichnet, dass wenn Jemand sagen kann »ich habe sechs Sätze davon verstanden, dass heißt erlebt« zu einer höheren Ordnung der Menschen gehört ... Aber wie man das büßen muss! Abzahlen muss! Es verdirbt beinahe den Charakter ... Die Kluft ist zu groß geworden … Aus dem Nachlass (1885-1889)
Verlorenes Interesse.
Eine Sache, die sich aufklärt, hört auf, uns zu interessiren. Nimm dich also in Acht, daß du dir nicht selber zu aufgeklärt wirst! Aus dem Nachlass (1882-1885)
Auferstehungen.
Mörderischer Sänger, Werkzeug der Bosheit, Unschuldigster! Schon stand ich bereit zum besten Tanze: da mordetest du mit deinen Tönen meine Verzückung! Nur im Tanze weiß ich der höchsten Dinge Gleichnis zu reden – und nun blieb mir mein höchstes Gleichnis ungeredet in meinen Gliedern! Ungeredet und erlöst blieb mir die höchste Hoffnung! Und es starben mir alle Gesichte und Tröstungen meiner Jugend! Wie ertrug ich´s nur? Wie verwand und überwand ich solche Wunden? Wie erstand meine Seele wieder aus diesen Gräbern? Ja, ein Unverwundbares, Unbegrabbares ist an mir, ein Felsensprengendes: das heißt mein Wille. Schweigsam schreitet es und unverändert durch die Jahre. Seinen Gang will er gehen auf meinen Füßen, mein alter Wille; herzenshart ist ihm der Sinn und unverwundbar. Unverwundbar bin ich allein an meiner Ferse. Immer noch lebst du da und bist dir gleich. Geduldigster! Immer noch brachst du dich durch alle Gräber! In dir lebt auch noch das Unerlöste meiner Jugend; und als Leben und Jugend sitzest du hoffend hier auf gelben Grab-Trümmern. Ja, noch bist du mir aller Gräber Zertrümmerer: Heil dir, mein Wille! Und nur wo Gräber sind, gibt es Auferstehungen. Also sprach Zarathustra
Sprung ins Freie.
Staat nenne ich's, wo Alle Gifttrinker sind, Gute und Schlimme: Staat, wo Alle sich selber verlieren, Gute und Schlimme: Staat, wo der langsame Selbstmord Aller – »das Leben« heisst. Seht mir doch diese Überflüssigen! Sie stehlen sich die Werke der Erfinder und die Schätze der Weisen: Bildung nennen sie ihren Diebstahl – und Alles wird ihnen zu Krankheit und Ungemach! Seht mir doch diese Überflüssigen! Krank sind sie immer, sie erbrechen ihre Galle und nennen es Zeitung. Sie verschlingen einander und können sich nicht einmal verdauen. Seht mir doch diese Überflüssigen! Reichthümer erwerben sie und werden ärmer damit. Macht wollen sie und zuerst das Brecheisen der Macht, viel Geld, – diese Unvermögenden! Seht sie klettern, diese geschwinden Affen! Sie klettern über einander hinweg und zerren sich also in den Schlamm und die Tiefe. Hin zum Throne wollen sie Alle: ihr Wahnsinn ist es, – als ob das Glück auf dem Throne sässe! Oft sitzt der Schlamm auf dem Thron – und oft auch der Thron auf dem Schlamme. Wahnsinnige sind sie mir Alle und kletternde Affen und Überheisse. Übel riecht mir ihr Götze, das kalte Unthier: übel riechen sie mir alle zusammen, diese Götzendiener. Meine Brüder, wollt ihr denn ersticken im Dunste ihrer Mäuler und Begierden! Lieber zerbrecht doch die Fenster und springt in's Freie! Geht doch dem schlechten Geruche aus dem Wege! Geht fort von der Götzendienerei der Überflüssigen! Geht doch dem schlechten Geruche aus dem Wege! Geht fort von dem Dampfe dieser Menschenopfer! Frei steht grossen Seelen auch jetzt noch die Erde. Leer sind noch viele Sitze für Einsame und Zweisame, um die der Geruch stiller Meere weht. Frei steht noch grossen Seelen ein freies Leben. Wahrlich, wer wenig besitzt, wird um so weniger besessen: gelobt sei die kleine Armuth! Dort, wo der Staat aufhört, da beginnt erst der Mensch, der nicht überflüssig ist: da beginnt das Lied des Nothwendigen, die einmalige und unersetzliche Weise. Dort, wo der Staat aufhört, – so seht mir doch hin, meine Brüder! Seht ihr ihn nicht, den Regenbogen und die Brükken des Übermenschen? Also sprach Zarathustra
Abseits vom Markte.
Langsam ist das Erleben allen tiefen Brunnen: lange müssen sie warten, bis sie wissen, was in ihre Tiefe fiel. Abseits vom Markte und Ruhme begiebt sich alles Grosse: abseits vom Markte und Ruhme wohnten von je die Erfinder neuer Werthe. Fliehe, mein Freund, in deine Einsamkeit: ich sehe dich von giftigen Fliegen zerstochen. Fliehe dorthin, wo rauhe, starke Luft weht! Fliehe in deine Einsamkeit! Du lebtest den Kleinen und Erbärmlichen zu nahe. Fliehe vor ihrer unsichtbaren Rache! Gegen dich sind sie Nichts als Rache. Hebe nicht mehr den Arm gegen sie! Unzählbar sind sie, und es ist nicht dein Loos, Fliegenwedel zu sein. Unzählbar sind diese Kleinen und Erbärmlichen; und manchem stolzen Baue gereichten schon Regentropfen und Unkraut zum Untergange. Du bist kein Stein, aber schon wurdest du hohl von vielen Tropfen. Zerbrechen und zerbersten wirst du mir noch von vielen Tropfen. Ermüdet sehe ich dich durch giftige Fliegen, blutig geritzt sehe ich dich an hundert Stellen; und dein Stolz will nicht einmal zürnen. Blut möchten sie von dir in aller Unschuld, Blut begehren ihre blutlosen Seelen – und sie stechen daher in aller Unschuld. Aber, du Tiefer, du leidest zu tief auch an kleinen Wunden; und ehe du dich noch geheilt hast, kroch dir der gleiche Giftwurm über die Hand. Zu stolz bist du mir dafür, diese Naschhaften zu tödten. Hüte dich aber, dass es nicht dein Verhängniss werde, all ihr giftiges Unrecht zu tragen! Also sprach Zarathustra
Muth.
Du hast nicht den Muth, dich zu verlieren und zu Grunde zu gehen: und so wirst du niemals ein Neues. Das, was uns heute Flügel Farbe Kleid und Kraft ist, soll morgen nur Asche sein. Aus dem Nachlass (1882-1885)
Verbrennen.
Und hüte dich auch vor den Anfällen deiner Liebe! Zu schnell streckt der Einsame Dem die Hand entgegen, der ihm begegnet. Manchem Menschen darfst du nicht die Hand geben, sondern nur die Tatze: und ich will, dass deine Tatze auch Krallen habe. Aber der schlimmste Feind, dem du begegnen kannst, wirst du immer dir selber sein; du selber lauerst dir auf in Höhlen und Wäldern. Einsamer, du gehst den Weg zu dir selber! Und an dir selber führt dein Weg vorbei und an deinen sieben Teufeln! Ketzer wirst du dir selber sein und Hexe und Wahrsager und Narr und Zweifler und Unheiliger und Bösewicht. Verbrennen musst du dich wollen in deiner eignen Flamme: wie wolltest du neu werden, wenn du nicht erst Asche geworden bist! Einsamer, du gehst den Weg des Schaffenden: einen Gott willst du dir schaffen aus deinen sieben Teufeln! Einsamer, du gehst den Weg des Liebenden: dich selbst liebst du und desshalb verachtest du dich, wie nur Liebende verachten. Schaffen will der Liebende, weil er verachtet! Was weiss Der von Liebe, der nicht gerade verachten musste, was er liebte! Mit deiner Liebe gehe in deine Vereinsamung und mit deinem Schaffen, mein Bruder; und spät erst wird die Gerechtigkeit dir nachhinken. Mit meinen Thränen gehe in deine Vereinsamung, mein Bruder. Ich liebe Den, der über sich selber hinaus schaffen will und so zu Grunde geht. Also sprach Zarathustra
Großes Leiden.
Das kleine Leiden verkleinert uns, das große vergrößert uns. Der Wille zum großen Leiden sollte also eine Forderung der Selbstsucht sein. Aus dem Nachlass (1882-1885)
Gegenkräfte.
Die höchsten Menschen leiden am meisten am Dasein – aber sie haben auch die größten Gegen-Kräfte. Aus dem Nachlass (1882-1885)
Wohlgemuth und heiter.
Man muss sich selbst nie geschont haben, man muss die Härte in seinen Gewohnheiten haben, um unter lauter harten Wahrheiten wohlgemuth und heiter zu sein. Ecce Homo
Krank und gesund.
Meine Art krank und gesund zu sein, ist ein gutes Stück meines Charakters – es rechtfertigt sich und mich. Aus dem Nachlass (1880-1882)
Der kranke Mensch.
Der kranke Mensch ist oft an seiner Seele gesünder als der gesunde Mensch. Aus dem Nachlass (1876)
Vielsamkeit.
Auch an der Einsamkeit leiden ist ein Einwand, – ich habe immer nur an der »Vielsamkeit« gelitten … Ecce Homo
In den Himmel.
Wer sehr leidet, auf den wird der Teufel neidisch und weist ihn hinaus in den Himmel. Aus dem Nachlass (1882-1885)
Dynamit.
Ich kenne mein Loos. Es wird sich einmal an meinen Namen die Erinnerung an etwas Ungeheures anknüpfen, – an eine Krisis, wie es keine auf Erden gab, an die tiefste GewissensCollision, an eine Entscheidung heraufbeschworen gegen Alles, was bis dahin geglaubt, gefordert, geheiligt worden war. Ich bin kein Mensch, ich bin Dynamit. Ecce Homo
Es taugt nichts.
Über das Leben haben zu allen Zeiten die Weisesten gleich geurtheilt: es taugt nichts … Götzen-Dämmerung
Unfreiwillige Komödie.
Wenn man sich über gut und böse erhoben hat, sieht man auch in der Tragödie nur eine unfreiwillige Komödie. Aus dem Nachlass (1882-1885)
Unangenehmste Enttäuschung.
Wer uns das Wesen der Welt enthüllte, würde uns Allen die unangenehmste Enttäuschung machen. Menschliches, Allzumenschliches
Zu Grunde gehen.
Man geht zu Grunde, wenn man immer zu den Gründen geht. Aus dem Nachlass (1887-1888)
Ein starkes Trostmittel.
Der Gedanke an den Selbstmord ist ein starkes Trostmittel: mit ihm kommt man gut über manche böse Nacht hinweg. Jenseits von Gut und Böse